Von den 10.000 Tablets, die die Landesregierung für die stationären Pflege-, Alten- und Behinderteneinrichtungen in Hessen zur Verfügung stellt, werden 303 im Wert von gut 42.000 Euro in den Rheingau-Taunus geliefert. Dies teilen die Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper und Peter Beuth mit.

„Natürlich ist die digitale Kommunikation kein Ersatz für die persönlichen Besuche, die im Moment nur sehr eingeschränkt möglich sind. Es wird derzeit an einer weiteren Lockerung gearbeitet, damit sie wieder zahlreicher erfolgen können. Aber die Tablets können helfen, die schwierige Zeit zu überbrücken. Sie ermöglichen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner der Pflege-, Alten- und Behinderteneinrichtungen in Kontakt mit ihren Angehörigen und Freunden bleiben können“, erklärten die CDU-Politiker.

Die Heimbewohner in der Altenpflege und Behindertenhilfe seien von der Corona-Krise in besonderer Weise betroffen. Sie gehörten zu den Risikogruppen, die eines besonderen Schutzes bedürften. „Die Statistik der durch Corona verursachten Todesfälle in Hessen zeigt dies schmerzlich. Bei fast der Hälfte handelt es sich um Menschen, die in einem Pflegeheim lebten“, bedauerten die Abgeordneten. Politik und Gesellschaft hätten hier eine besondere Verantwortung. Man hoffe, dass sich das Infektionsgeschehen auf niedrigem Niveau stabilisiere, damit die Besuchsmöglichkeiten in absehbarer Zeit ausgedehnt werden könnten.

Die massive Einschränkung sozialer Kontakte als eine der zentralen Schutzmaßnahmen sei für die Betroffenen und ihre Familien nur schwer zu bewältigen. Viele litten sehr unter den aktuellen Kontaktbeschränkungen. Digitale Kommunikation wie die Videotelefonie, die über die Tablets abgerufen werden könne, mache den Alltag ein wenig erträglicher und wirke der Vereinsamung entgegen.

Vielfältiger Nutzen auch nach Corona
„Die Tablets dienen aber nicht nur der Kommunikation. Die Geräte sind vielseitig verwendbar. Es können Anwendungen installiert werden, die Denk- und Wahrnehmungsübungen fördern wie GehirnjogGehirnjogging oder Kreuzworträtsel oder zu physischen Fitnessübungen anleiten und so Beschäftigungsmöglichkeiten bieten“, so die CDU-Politiker.
Das Surfen im Internet sei ebenso möglich wie das Hören von Musik, Podcasts oder Hörbüchern. Die Onleihe des Landes Hessen, bei der Bücher Zeitungen, Zeitschriften, Filme und Musik ausgeliehen werden könnten, sei auf diesem Weg zugänglich. Die Geräte hätten ihren Nutzen über die Corona-Krise hinaus.

Kreis steuert Verteilung
Die 303 Tablets, die sich mit einem Stückpreis von unter 150 Euro preislich im Einstiegssegment bewegen, werden 35 Altenpflegeheimen und Behinderteneinrichtungen im Rheingau-Taunus zur Verfügung gestellt, in denen 2.182 Menschen leben. Die Verteilung werde über den Rheingau-Taunus-Kreis gesteuert. „Das Kontingent, das in den Kreis geht, errechnet sich nach einem Schlüssel, den das Land mit den Kommunalen Spitzenverbänden vereinbart hat. Es wird im Schnitt pro 7 Bewohnerinnen und Bewohner ein Tablet zur Verfügung gestellt“, erläuterten Müller-Klepper und Beuth.

Die Einrichtungen würden beim Einsatz der Geräte unterstützt, damit „die Tablets schnell und unkompliziert zum Wohle der Bewohnerinnen und Bewohner genutzt werden können“. Da man sich der Herausforderung des Pflegepersonals bewusst sei, gebe es Hilfestellung durch Webinare, eine Technik-Hilfe-Hotline und ein Einführungsvideo.

Lücken in digitaler Versorgung schließen
Die Tablets seien WLAN-fähig und könnten in den Einrichtungen in das jeweilige Netz eingebunden werden. Wenn kein WLAN vorhanden sein, könne dies mit Hilfe der Kommune und finanzieller Unterstützung des Landes eingerichtet werden. „Die Städte und Gemeinden haben die Möglichkeit in Form eines Sonder-Calls das WLAN-Förderprogramm ‚Digitale Dorflinde‘ für kommunale Pflegeeinrichtungen zu nutzen“, informieren Müller-Klepper und Beuth. Eine weitere Möglichkeit biete das Förderprogramm „Ehrenamt digitalisiert“, mit dessen Hilfe eingetragene Vereine oder gemeinnützige juristische Personen des Privatrechts Mittel beantragen könnten.

Für die Anschaffung der 10.000 Tablets, von denen rund 69.000 Menschen in über 1.000 Einrichtungen in Hessen profitieren, wendet das Land 1,4 Millionen Euro auf. „Dies ist zugleich ein wichtiger Schritt und ein Schub, um Lücken in der Digitalisierung der Pflege und Behindertenhilfe zu schließen“, betonten die Abgeordneten.

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