• eine Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums des Innern und für Sport -
    Wiesbaden. Hessens Innenminister Peter Beuth hat den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts, wonach bundesweite Stadionverbote für gewalttätige Fußball-Chaoten als zulässig erklärt wurden, ausdrücklich begrüßt. „Die Karlsruher Richter bestätigen mich in meiner schon immer vertretenen Auffassung, dass gewaltsuchende und gewalttätige Randalierer nichts in einem Fußballstadion zu suchen haben. Diese Anti-Fans beschädigen unseren Sport und stellen eine Bedrohung für jeden Stadionbesucher und echten Fan dar. Die Vereine sollten daher das Urteil des Bundesverfassungsgerichts als klaren Auftrag verstehen: bundesweite Stadionverbote für die Gewalt-Fans. Zugleich sehe ich die Vereine nun verstärkt in der Pflicht, diese Stadionverbote auch konsequent umzusetzen. Nur mit einer klaren Haltung machen wir den Krawallmachern deutlich, dass sie nichts mit Fußball zu tun haben und schaffen Sicherheit in unseren Stadien“, sagte Peter Beuth.

Hessen hat sich für bundesweite Stadionverbote eingesetzt

Auf Initiative des Hessischen Innen- und Sportministers Peter Beuth hat die 41. Sportministerkonferenz (SMK) bereits im November 2017 ein klares Signal gegen Gewalt im Fußball gesetzt. Die SMK hat eine klare Haltung und auch konkrete Taten der Vereine eingefordert. Diese müssten in ihrem eigenen Interesse dafür sorgen, Gewalttäter aus Fußballstadien zu verbannen. Die Richtlinien zur einheitlichen Behandlung von Stadionverboten müssten konsequent von den Vereinen und dem Deutschen Fußball Bund (DFB) umgesetzt werden. Nur mit einer Ächtung der Problemfans durch die Vereine können die Störer aus den Stadien und aus dem Fußball verbannt werden, erklärten damals die Sportminister gemeinsam. Erlassene Stadionverbote seien bei Vorliegen der Voraussetzungen bedingungslos umzusetzen. „Das Bundesverfassungsgericht hat nun die Aufforderung der Sportministerkonferenz bekräftigt. Nun ist es an den Vereinen, ebenso unmissverständliche Taten folgen zu lassen. In den Stadien sind die Vereine für die Sicherheit zuständig. Außerhalb kümmert sich die Polizei darum. Es muss daher im gemeinsamen Interesse sein, Hooligans, Extremisten und Krawallmacher aus den Stadien heraus zu halten. Sie dürfen gar nicht erst die Möglichkeit bekommen, den Sport für ihren Hass zu instrumentalisieren“, sagte Innen- und Sportminister Peter Beuth.

Mehr Gewalt und Verletzte in der vergangenen Saison

Laut des Jahresberichts der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) wurden in der zurückliegenden Spielzeit in deutschen Stadien der Bundesliga, der 2. Bundesliga und der 3. Liga mehr Pyrotechnik abgebrannt, die Zahl der eingeleiteten Verfahren stieg in der Saison 2016/17 um 18 Prozent auf 669. Auch die Einsatzstunden der Polizei stiegen signifikant um sieben Prozentpunkte sodass insgesamt in der Saison 2016/17 rund 2,24 Millionen Arbeitsstunden anfielen. Die Zahl der Verletzten liegt nach wie vor auf einem hohen Niveau. 1.226 Personen trugen in der Spielzeit 2016/17 durch Gewalt bei Fußballspielen Verletzungen davon. 504 davon waren Unbeteiligte. „Gewalttäter und Chaoten, die friedliche Stadionbesucher verängstigen und Hass-Parolen verbreiten, haben in unseren Sportstätten nichts zu suchen. Das gilt auch für das Abbrennen von 1.000 Grad heißer Pyrotechnik und zwar ausnahmslos“, so Innenminister Peter Beuth.

Hintergrund:

Das Bundesverfassungsgericht hat mit seinem heute veröffentlichten Beschluss vom 11. April 2018 (1 BvR 3080/09) festgestellt, dass bundesweite Stadionverbote für gewalttätige Stadionbesucher zulässig sind. Demnach reiche für ein Stadionverbot bereits die Sorge aus, dass von einer Person die Gefahr künftiger Störungen ausgehe.

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