Hessens Innenminister Peter Beuth hat das 70-jährige Bestehen des dbb Hessen und zugleich das 60-jährige Jubiläum der Frauenbewegung des dbb bei der Feierstunde in der neuen Geschäftsstelle des dbb Hessen gewürdigt. Bei seiner Festrede lobte er den dbb beamtenbund und tarifunion für die gemeinsamen Bemühungen zur Nachwuchs- und Fachkräftegewinnung für das Land.

„Ich habe den dbb beamtenbund und tarifunion in den Tarifverhandlungen für das Land stets als streitbaren aber sehr verlässlichen Partner kennen und schätzen gelernt. Gemeinsam haben wir viel für das Land und unsere Beschäftigten erreicht. Aus den Verhandlungsrunden der Jahre 2015, 2017 und 2019 resultieren insgesamt Tariferhöhungen um 16,4 Prozent für die Jahre 2015 bis 2021. Mit zahlreichen Errungenschaften haben wir gemeinsam Akzente gesetzt, damit Hessen echte Vorteile im Wettbewerb um die klügsten Köpfe hat“, sagte Innenminister Peter Beuth.

Zuletzt im März dieses Jahres haben sich das Land Hessen und die Gewerkschaften auf einen Tarifabschluss geeinigt, der folgende durchschnittliche Erhöhung der Entgelte für die Tarifbeschäftigten in drei Schritten vorsieht:
• +3,2 Prozent rückwirkend ab dem 1. März 2019
• +3,2 Prozent ab dem 1. Februar 2020
• +1,4 Prozent ab dem 1. Januar 2021 (Laufzeit für die ersten neun Monate)

„Wir haben eine Kernforderung des dbb erfüllt: Die Ergebnisse der Tarifeinigung wurden auch auf die Beamtenbesoldung übertragen. Hessen hat darüber hinaus bundesweit einmalige Errungenschaften für die Bediensteten des öffentlichen Diensts erreicht. Mit dem LandesTicket fahren Bedienstete des Landes in ganz Hessen kostenfrei im ÖPNV. Viele haben sich für dieses Modell interessiert – umgesetzt wurde es bislang nur in Hessen. Wir haben die stufengleiche Höhergruppierung geschaffen, die der Tarif der Länder noch immer nicht kennt. Wir aber haben gesagt, dass sich Leistung und Karrierefortschritte auch auszahlen müssen. Für diese konstruktive Zusammenarbeit zum Wohle des Landes und unserer Mitarbeiter bin ich dem dbb sehr dankbar“, so der Minister.

Hessentarif: Leistungsorientiert und kinderfreundlich
Tarifbeschäftigte des Landes Hessen genießen traditionell eine Reihe von kinderfreundlichen und leistungsorientierten Regelungen, die im Hessentarif verankert sind. Viele dieser Regelungen dienen auch der Fachkräftegewinnung und -bindung. „Die Beschäftigten in Hessen profitieren von den spezifischen Vorteilen, die wir im Hessentarif geschaffen haben. Gerade in Zeiten eines umkämpften Arbeitsmarkts um die fähigsten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, können wir mit unseren hessenspezifischen Tarifvorzügen punkten und Fachkräfte für uns gewinnen“, sagte Innenminister Peter Beuth.

Insgesamt bietet der Hessentarif mehr als 150 Abweichungen, die es bei der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) nicht gibt. Hessen knüpft eine Rückkehr in die TdL deshalb auch daran, dass diese in Hessen geltenden Vorteile erhalten bleiben. Hier einige Beispiele der spezifisch hessischen Tarifleistungen:

  • Im Gegensatz zur TdL wurde im Hessentarif der kinderbezogene Zuschlag für Neubeschäftigte nicht gestrichen, sondern mit den Gewerkschaften die Einführung einer Kinderzulage vereinbart – die jetzt auch für Azubis und Praktikanten gilt. Nur in Hessen erhalten die Beschäftigten pro Kind und Monat eine Zulage von 100 Euro und ab dem dritten Kind sogar 150 Euro.

  • Nur in Hessen gibt es seit 2017 eine stufengleiche Höhergruppierung. Dadurch verlieren engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die mehr Verantwortung übernehmen und deshalb befördert werden, nicht mehr ihre Erfahrungsstufe. Vielmehr profitieren die hessischen Beschäftigten uneingeschränkt von ihrer Beförderung. Leistung lohnt sich damit in Hessen mehr als in den anderen Ländern.

  • Mit dem LandesTicket Hessen können die Tarifbeschäftigten und Auszubildenden des Landes Hessen seit 2018 aufgrund einer bundesweit einmaligen tarifvertraglichen Regelung die Leistungen des öffentlichen Nah- und Regionalverkehrs im gesamten Bereich des Landes Hessen nutzen, unabhängig von der Strecke Wohnort-Dienstort und einschließlich diverser Mitnahmemöglichkeiten für Angehörige.

  • In Hessen wird das ehrenamtliche Engagement in all seinen Facetten unterstützt und anerkannt. Tarifbeschäftigten des Landes, die Inhaber einer Ehrenamts- oder einer Jugendleiter-Card sind, erhalten so einen Freizeitausgleich von einem Arbeitstag pro Kalenderjahr unter Fortzahlung des Entgelts.

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