Innenminister Peter Beuth hat die Fachtagung „Der große Blackout – IT-Sicherheit und Krisenvorsorge zum Schutz kritischer Infrastrukturen“ besucht und den Einsatz der hessischen Landesregierung zum Schutz Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) hervorgehoben. Auf der vom Hessischen Innenministerium organisierten Fachkonferenz im Biebricher Schloss diskutierten Experten aus den Bereichen Cybersicherheit und Risiko- und Krisenmanagement über aktuelle Bedrohungen und Gefahren für Wirtschaft und Verwaltung sowie die Bürgerinnen und Bürger.

„Fragen der Versorgung spielen in unserem alltäglichen Leben kaum eine Rolle. In welchem Maße wir auf Strom, Wasser oder etwa Internet angewiesen sind, merken wir erst, wenn die einzelne Versorgungsleistung gestört ist. Die zunehmende Digitalisierung bietet viele Chancen, birgt aber auch Risiken und Gefahren. Deshalb müssen wir die Resistenz unserer kritischen Infrastrukturen erhöhen und auf alle denkbaren ‚Worst-Case-Szenarien‘ vorbereitet sein. Um das hohe Niveau der Daseinsvorsorge in Hessen zu sichern, haben wir in den vergangenen Jahren sowohl den Brand- und Katastrophenschutz als auch den Bereich Cyber- und IT-Sicherheit deutlich gestärkt“, sagte Peter Beuth.

Erst im April dieses Jahres hat die Hessische Landesregierung mit dem Hessen Cyber Competence Center (Hessen3C) einen Knotenpunkt für Verwaltung, Sicherheitsbehörden sowie für Kommunen und Wirtschaft geschaffen. Ein Hauptaugenmerk der IT-Spezialisten von Hessen3C liegt auf dem Schutz der sogenannten kritischen Infrastrukturen (KRITIS). „Als zentrale Ansprechstelle stehen unsere Experten den KRITIS-Unternehmen aber auch der Wirtschaft jederzeit rund um die Uhr zur Verfügung. Mit dem Mobile Incident Response Team (MIRT) unterstützen wir im Falle eines Cyberangriffes auch landesweit vor Ort. Unsere Spezialisten helfen bei der Analyse und Schadensbegrenzung und führen digitalforensische Datensicherungen durch. Außerdem bieten wir hessischen Kommunen kostenlose Beratung an, wie die eigenen Systeme noch sicherer werden“, so der Innenminister.

Ganzheitliche Herangehensweise
Der Krisenstab der hessischen Landesregierung ist im Hessischen Innenministerium verortet. Im Falle einer Bedrohungslage werden von dieser Koordinierungsstelle nicht nur polizeiliche und nicht-polizeiliche Maßnahmen zur Krisenbewältigung koordiniert, sondern auch der Katastrophenschutz und das IT-Krisenmanagement wird eingebunden.

„Das Krisenmanagement der Hessischen Landesregierung verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Kommt es unerwartet doch zu einem Krisenfall, können wir uns auf einen gut ausgestatteten Katastrophenschutz verlassen, den wir im Rahmen unserer bereits 2008 gestarteten Ausstattungsoffensive mit rund 68 Millionen Euro modernisiert haben. In den vergangenen Jahren wurde dabei die Anzahl der Einsatzfahrzeuge verdoppelt. In diesem Zuge haben wir unsere Katastrophenschützer mit 27 Notstrom-Großaggregaten sowie 52 Notstrom-Anhängern ausgestattet. Grundsätzlich sollten wir gemeinsam alles tun, damit Cyber-Angriffe nicht zur Beeinträchtigung der Versorgungsleistungen in Hessen führen. Wenn es doch zu einem Notfall kommen sollte, müssen wir zur Bewältigung eng und effektiv zusammenarbeiten“, betonte der Innenminister.

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