Der DigitalPakt Hessen geht in die Umsetzung. „Ab sofort können für die allgemeinbildenden Schulen und die beruflichen Schulen in staatlicher und privater Trägerschaft im Rheingau-Taunus Förderanträge gestellt werden. Den Schulen im Kreis steht für Investitionen in die digitale Bildungsinfrastruktur ein Förderkontingent von deutlich über 10 Millionen Euro zur Verfügung“, teilten die Landtagsabgeordneten Petra Müller-Klepper und Peter Beuth mit.

Die Förderrichtlinie sei soeben in Kraft getreten. Wesentliche Voraussetzung für einen Förderantrag sei die Vorlage eines Medienbildungskonzepts durch jede einzelne Schule. Es müsse den Bestand der bestehenden und die benötigte Ausstattung dokumentieren, ein pädagogisch-technisches Einsatzkonzept und eine bedarfsgerechte Fortbildungsplanung für die Lehrkräfte umfassen.

Der Rheingau-Taunus-Kreis kann für die öffentlichen Schulen, die er als Schulträger betreut, aus dem Landesprogramm ein Investitionskontingent in Höhe von 9.571.762 Euro nutzen. „Von den Mitteln sollen alle Schulformen – von der Grundschule bis zur Berufsschule – profitieren“, so die Abgeordneten. Für die Stadt Oestrich-Winkel stehen 34.698 Euro für die Grundschule Hallgarten bereit, deren Träger sie ist.

Unterstützung für Privatschulen

„Bewusst beziehen wir als Land auch die Privatschulen in die Förderung ein. Denn sie sind ein wichtiger Bestandteil der Bildungslandschaft im Kreis und benötigen ebenfalls Unterstützung. Ihre Träger werden gleichberechtigt berücksichtigt, indem sie den gleichen Betrag pro Schüler wie die staatlichen Schulen – nämlich rund 540 Euro – erhalten. Sie sind direkt antragsberechtigt“, erläuterten Müller-Klepper und Beuth.

Die St. Hildegard Schulgesellschaft mbH, die Träger mehrerer Schulen in Hessen – darunter die St. Ursula Schule Geisenheim - sei, könne mit gut 2 Millionen Euro rechnen. Hierin sei ein Betrag von rund 486.000 Euro enthalten, der sich aufgrund der Schülerzahl des Geisenheimer Schulstandorts ergebe. Das St. Vincenzstift in Aulhausen erhalte 38.961 Euro.

Die Freie Schule Untertaunus in Aarbergen könne 58.238 Euro investieren, die Hochschule Fresenius gGmbH in ihre berufliche Schule in Idstein 86.857 Euro. Das Förderkontingent für die Montessori-Schule Idstein belaufe sich auf 103.095 Euro, für das Privatgymnasium Königshofen auf 27.803 Euro. Die Europa-Schule Dr. Obermayr erhalte für ihre Bildungsstandorte gut 900.000 Euro. Hierin seien rund 140.000 Euro enthalten, die sich aufgrund der Schülerzahl am Campus Neuhof ergeben.

Mittel für LWV und Pflegeschulen

Hinzu kämen Fördermittel für die drei Förderschulen, die sich in der Trägerschaft des Landeswohlfahrtsverbands befinden: die Heinrich-Böll-Schule auf dem Eichberg, die Max-Kirmsse-Schule und die Feldbergschule in Idstein. Auch könnten die Pflegeschulen von Helios in Bad Schwalbach und von Vitos in Eltville Mittel einplanen. „Landesweit ist im Rahmen des DigitalPakts eine Förderung der staatlich anerkannten Pflegeschulen mit 4,6 Millionen Euro vorgesehen. Die Verteilung auf die Träger erfolgt nach Schülerzahlen. Die Kontingente werden vom Sozialministerium mit der Richtlinie zur Förderung der Träger der Pflegeschulen im nächsten Jahr mitgeteilt“, führten die Abgeordneten aus.

Der Fördertopf beinhalte eine Gesamtsumme von knapp 500 Millionen Euro. 372 Millionen Euro steuere der Bund bei. In Partnerschaft mit den Schulträgern stocke Hessen die Bundesmittel auf und erhöhe damit die mit dem Bund vereinbarte Eigenbeteiligung von 10 auf 25 Prozent, der je zur Hälfte von Land und Schulträgern getragen werde. Aus dem Landeshaushalt würden über 60 Millionen Euro bereitgestellt. Zur Finanzierung des Eigenanteils werde den Schulträgern ein flankierendes Darlehensprogramm angeboten. Von dem zu erbringenden Eigenanteil trage das Land die hälftige Tilgung der Darlehen und die hälftigen Darlehenszinsen.

Modernes, optimales Lernumfeld

Ziel des neuen Landesprogramms sei der Aufbau möglichst einheitlicher und technisch aufeinander abgestimmter digitaler Lehr- und Lerninfrastruktur, um die Digitalisierung zur bestmöglichen individuellen Förderung aller Schülerinnen und Schüler zu nutzen. Förderfähig seien:
- Aufbau und Verbesserung der digitalen Vernetzung im Schulgebäude und auf dem Schulgelände
- Einrichtung von schulischem WLAN
- Aufbau und Weiterentwicklung digitaler Lehr-Lern-Infrastrukturen, z.B. Lernplattformen, Portale, Cloudangebote
- Anzeige- und Interaktionsgeräte, z.B. interaktive Tafeln, Beamer, Displays und dazugehörige Steuerungsgeräte
- digitale Arbeitsgeräte, insbesondere für die technisch-naturwissenschaftliche Bildung oder fachrichtungsbezogene Bildung an beruflichen Schulen
- Systeme, Werkzeuge, Dienste, die die Leistung und Service-Qualität bestehender Angebote steigern oder die Erweiterungs- und Anschlussfähigkeit digitaler Infrastrukturen herstellen oder sichern
- Einrichtung von Strukturen für die professionelle Administration und Wartung digitaler Infrastrukturen im Zuständigkeitsbereich von Schulträgern
- unter besonderen Voraussetzungen auch mobile Endgeräte wie schulgebundene Laptops, Notebooks und Tablets.

Ziel sei es, die Schülerinnen und Schüler fit für die digitale Zukunft zu machen. „Neue Lernformen und digitale Methoden können den Unterricht bereichern, sollen ihn aber nicht bestimmen. Die Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern muss in pädagogische Konzepte eingebunden sein“, betonten Müller-Klepper und Beuth. Gerade an Grundschulen solle entsprechend der Entwicklungsstufen der Kinder die Vermittlung analoger und manueller Kulturtechniken weiterhin im Vordergrund stehen.

Die Umsetzung des Förderverfahrens DigitalPakts Hessen erfolgt durch die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen. Informationen und Anmeldeformular: https://wibank.de oder über https://digitale-schule.hessen.de

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